Verkehr

 

Roter Teppich für die Velos

Velofahren vom Raum Migros zum Bahnhof hin und zurück ist ein Abenteuer. Beim Bau der
Kerntangente hat man es verpasst, einen Velo-gängigen Bach- und Bahnhofstrassenübergang zu schaffen. So überqueren Hunderte von Velofahrer die Bahnhofstrasse irgendwo. Zwar soll diese in einigen Jahren totalsaniert werden, womit ein neuer Radstreifen auf der Südseite der Strasse möglich wäre. Das dauert aber noch und in der Zwischenzeit sollte eine bessere Lösung gefunden
werden. Die glp und cvp haben darum für die Velos einen roten Teppich ausgerollt, an dessen
Stelle dereinst ein Radweg auf Kosten einiger Meter der Auto-Einspurstrecke Bahnhofstrasse Richtung Seon erstellt werden soll.

 Sei es von Hendschiken, von Ammerswil, vom Zentrum Lenzburg von den neuen Überbauungen – der Weg der Pendler, die mit dem Velo zum Bahnhof wollen, führt bei der Migros unter der Kerntangente durch, über ein Brücklein beim Aabach, dann weiter den Weg hinauf auf die Bahnhofstrasse, um im Raum vor dem ehemaligen Storchennäst die Bahnhofstrasse zu überqueren.

Falls es gerade viel Autoverkehr hat, bleibt man noch ein bisschen auf dem Trottoir in Richtung Bahnhof, um dann beim Fussgängerstreifen oder bei der Bushaltestelle die Strasse zu überqueren.

Alternativen:
Es gäbe zwar einen Umweg, wenn man gerade aus der neuen 3-fach Turnhalle entlang hoch fährt bis zur Seetalerlinie. Der Zickzackweg ist jedoch steil, so dass man das Velo eher schiebt, wie auch bei der Rampe neben dem Musikschulhaus. Eine weitere Alternative wäre ein Neubau eines Stegs vom Platz unter der Kerntangente entlang des Aabachs unter der Bahnhofstrasse durch, um den Veloweg von dort über eine neue Aabachbrücke hinauf zur Liegenschaft Architektur Bucher und zur Bahnhofstrasse zu führen. Alle diese Alternativen überzeugen nicht.
Es braucht also eine Lösung bei der Bahnhofstrasse. Und hier steht für die GLP und CVP ein neuer Vorschlag im Vordergrund. Dieser besteht aus einer Verkürzung der Einspurstrecke für Rechtsabbieger von 6 auf 3 wartende Autos hat. Dies ist darum unproblematisch, weil > 90% des Verkehrs vom Bahnhof geradeaus einspuren. Der Platz rechts wird nur von einzelnen Autos beansprucht. Dafür könnt man in diesem Raum eine doppelte Velospur bauen, ca 20 m vom Aufgang zur Bahnhofstrasse bis zum Beginn des bestehenden Fussgängerstreifens.

Am Samstag, den 28. 6. Um 16 Uhr testen einige mutige Velofahrer der glp und der cvp, ob sich die Lücke zwischen dem bestehenden Veloweg der Bahnhofstrasse auf der Nordseite und dem Aufgang vom Aabach auf der Südseite durch einen neuen 20 m lange, rot markierte Velospur füllen lässt.

Wie verändert der neue A1 Zubringer die Verkehrssituation in der Stadt Lenzburg?

 Die Freigabe verschiedener Planungsstudien hat heftige Diskussionen im Grossrat AG ausgelöst.
Insbesondere die kommende Verkehrssituation im Raum Lenzburg wirft Fragen auf,
wenn die beiden erwähnten Berichte genau studiert werden:

1. Der Stadtrat hat sich stark für das Abstimmungsprojekt eingesetzt. War dem Stadtrat der
Bericht [2] von 2010 bekannt, der festhält, dass die Kerntangente die zusätzlichen Verehrsmengen
nicht verarbeiten kann? War dem Stadtrat weiterhin bekannt, dass im Evaluationsbericht
die Kosten kein Kriterium darstellten?

2. Derselbe Bericht hält fest, dass die Lichtsignalsteuerung beim Knoten Freiämterplatz die
erwarteten 2890 Fahrzeuge pro Stunde nicht verarbeiten kann? War dies dem Stadtrat bekannt?
Ist vorgesehen , den Freiämter Platz entsprechend auszubauen und in das Projekt zu
integrieren?

3. Gibt es Untersuchungen darüber, wie ein nicht ausgebauter Knoten Freiämterplatz mit dem
massiven Mehrverkehr durch das neue Quartier „Im Lenz“ (Hero Gebiet) fertigwerden
soll? Wie wird der Stadtrat sich für eine Verbesserung der Verkehrssituation einsetzen?

4. Es scheint offensichtlich zu sein und bereits zur Zeit der Abstimmung bekannt gewesen,
dass die beabsichtigte Entspannung der Verkehrssituation beim Autobahnzubringer die
Staus in der Stadt Lenzburg nicht beseitigen wird.

5. Es besteht die Befürchtung, dass angesichts der Situation wieder Begehrlichkeiten bezüglich
einer Durchfahrung des Gebietes Wildenstein von Seon her aufkommen werden. Wird
die Stadt Lenzburg auf der Seite der vielen Lenzburger stehen, die mit ihrer Unterschrift
bezeugt haben, dass sie das nicht wollen?

6. Wie wird sich der Stadtrat für die Interessen der Lenzburgerinnen und Lenzburger einsetzen,
so dass deren Lebensqualität durch die Verkehrsströme nicht unzumutbar beeinträchtigt
wird?

Postulat Velostadt Lenzburg

Ausgangslage und Begründung
Bevölkerungswachstum und Mobilitätsansprüche nehmen laufend zu. Die dafür zur Verfügung stehenden Flächen sind jedoch limitiert. Dies bedeutet, dass es Verdichtungen nicht nur im Wohnungsbau braucht, sondern auch im Verkehr. Der Platzbedarf pro Person ist im öffentlichen Verkehr (Bus und Zug) sowie zu Fuss oder auf dem Velo viel geringer als wenn alle im Privatauto zur Arbeit fahren oder ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen.

Damit aber möglichst viele das Velo und die gemeinsamen Transportmittel nutzen, sind entsprechende Strukturen erforderlich, welche das Velofahren attraktiv, einfach, sicher und schnell machen.

Begehren
Der Stadtrat wird aufgefordert zu prüfen, wie er die Nutzung des Velos in Lenzburg entsprechend fördern kann. Insbesondere ist bei den 10 wichtigsten Pendenzen aufzuzeigen, mit welchen Massnahmen es hier rasch zu Lösungen kommt.


Top Ten Lenzburger Velopedenzen
1. Genügend Veloabstellplätze am Bahnhof, von allen Seiten, die wirklich gleisnah sind
2. Ab der Migrosunterführung Richtung Bahnhof eine neue separate durchgehende Velospur auf der Bahnhofstrasse vor dem ehemaligen Storchennäscht mit einem sicheren Übergang auf die andere Strassenseite ohne absteigen zu müssen
3. Durchgang neben Mülimärt auf der Bachstrasse ohne Schikane
4. Stadt Lenzburg (Stadtrat) soll mit den umliegenden Gemeinden ein regionales Velo-Konzept erarbeiten und dieses möglichst schnell umsetzen. Zum Beispiel durchgehender Aabachradweg auf dem ehemaligen Seetalbahntrasse bis nach Wildegg, Unterführung des Radwegs nach Ammerswil beim Föifweiherparkplatz und separate Mittelvelospur auf der Aarauerstrasse, um vom Wiligraben her kommend sicherer überqueren zu können
5. Durchgehende Velospur von der Bahnhofstrasse zur Herounterführung
6. Sichere und schnelle (direkte) Velowege zum Bahnhof, zum Beispiel auf der Hendschikerstrasse eine separate Velospur von der Othmarsingerstrasse bis in die 30er Zone Schützenmattstrasse
7. Sichere und schnelle (direkte und durchgehende) Velowege zu den Schulhäuser, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Schulkinder, zum Beispiel vor dem Kino Urban
8. Gedeckte Veloabstellplätze bei Einkaufszentren (Coop, Mülimärt, Migros, Lenzopark etc.) in unmittelbarer Nähe der „Einkaufswägeli“
9. Keine Sperrungen von Velorouten für Baustelleninstallationen zulassen
10. Schneeräumung im Winter auch auf Velospuren und Radwegen

Veloverkehr in Lenzburg: Es gibt Verbesserungsmöglichkeiten

 Gut 30 Veloexpertinnen und -experten sowie weitere Interessierte trafen sich am 12. April auf Einladung der Grünliberalen im Familienzentrum Lenzburg. Daniel Fischer eröffnete die kritische Runde. Eigentlich müsste für Lenzburg als typische Velostadt schon viel erreicht worden sein, aber man wollte schauen, ob es doch noch Optimierungspotenzial gibt. Und siehe da, man wurde fündig, und wie?

GLP-Stamm: Freie Fahrt mit dem Velo in Lenzburg!

 Ort
Familie+, Walkestrasse 19, Lenzburg
Datum
12. April 2013
Zeit:
20 Uhr
Freie Fahrt in Lenzburg!
Referat & Diskussion zum Thema Veloverkehr

Themen des Referats
Velowege zum Bahnhof Lenzburg
Projekt einer bedienten Velostation beim Bahnhof Lenzburg
Velowege zu Schulen in Lenzburg

Referent: Werner Christen, PRO Velo

anschliessend offene Diskussion zum Thema Veloverkehr rund um Lenzburg

Keine weitere Zersiedelung mehr

Am Montag den 11.2.2013 informierte das Nein-Komitee zum Ausbau des Knotens Neufeld Lenzburg über seine Gründe, der Bevölkerung ein Nein ans Herz zu legen.

Autobahnzubringer A1 in Lenzburg, ja aber nicht für 75 Mio

 In letzter Zeit haben sich sehr viele Leute für dieses Projekt positiv geäussert. Wir von der GLP wollen eine Verbesserung der täglichen Situation für den motorisierten Individualverkehr. Nur wollen wir eine Lösung, die einerseits weniger kostet, wenn auch einige Vorschreiber erwähnen, dass die Kosten der 75 Mio durch die Strassenkasse bezahlt werden und nicht den Steuerzahler belasten. Dieses Geld ist von uns, bezahlt durch die Strassenverkehrsabgabe sowie den Betriebsstoffzoll. Andererseits wollen wir kein zusätzliches Kulturland opfern und Voraussetzung schaffen für weitere Einzonungen im Hornerfeld . Wir unterstützen Lösungen, die kein Kulturland benötigen und von den Kosten her moderater sind. Wir verstehen nicht, warum nicht Lösungen erarbeitet worden sind, die den gesamten Perimeter bis zur Autobahn berücksichtigen. Das hätte aber bedeutet, dass der Kanton und der Bund mit dem Bundesamt für Strassen ein gemeinsames Projekt erarbeiten, was scheinbar nicht möglich sein soll. Uns fehlt insbesondere die gesamte Betrachtung inklusive die Kreuzungen in der Stadt Lenzburg wie z.B. der Freiämterplatz.
Wir rufen die Stimmbürger dazu auf dieses unfertige, zu teure und Kulturland verschlingende Projekt an die Regierung mit Auftrag an die Regierung zurück zu geben, damit diese ein ausgewogenes Projekt ausarbeiten kann, welches nachhaltig ist und den täglichen Stau reduziert. Wir sind überzeugt, dass mit dem richtigen Augenmass Lösungen möglich sind.

Beat Hiller, GLP-Einwohnerrat, Lenzburg

Warum NEIN zum A1-Zubringer?

Ausgangslage:
Der Knoten Neuhof ist stark überlastet und bezüglich Sicherheit nicht genügend. Dass Handlungsbedarf besteht, wird von der Mehrheit der Gegnerschaft zum vorliegenden Projekt nicht bestritten. Dass vorliegende Projekt vermag indessen den Anforderungen bezüglich Zersiedelung (Kulturlandverlust), Abstimmung mit vor- und nachgelagerten Knoten und Kosten nicht zu genügen. Den unten erläuterten Bedenken wollte man im Grossen Rat mit einem Rückweisungsantrag begegnen, welcher den Regierungsrat beauftragen sollte, das Projekt hinsichtlich der Hauptkritikpunkte zu überarbeiten. Dieser Antrag wurde leider abgelehnt, weshalb es aufgrund des ergriffenen Behördenreferendums nun zur Volksamstimmung kommt.

Folgen der Ablehnung der Kreditvorlage:
Der Regierungsrat wird bei einem NEIN gezwungen sein, das Projekt hinsichtlich der Hauptkritikpunkte zu überarbeiten und dem Grossen Rat ein nachhaltigeres Projekt vorzulegen. Dies bedeutet, dass es zu einer zeitlichen Verzögerung kommt. Angesichts des möglichen Sparpotentials in mehrfacher Millionenhöhe und des vermeidbaren Kulturlandverlustes ist dies in Kauf zu nehmen. Es soll ein Signal nach Aarau gesendet werden, dass bei Strassenbauprojekten Kosten-Nutzen-Abwägungen konsequent und transparent erfolgen sollen. Dabei sollen Varianten mit wenig Kulturlandverlust hoch gewichtet werden, wie dies der Bundesrat fordert (BLW, 2012).

Hauptkritikpunkte:

a) Kosten:
72 Millionen Steuerfranken für ein einzelnes Verkehrsprojekt sind zuviel. Davon werden alleine für den geplanten Tunnel 52'000'000 Fr. benötigt. Der Unterhalt dessen kostet jährlich 800'000 Fr. Es ist nicht sachgerecht, dass Kosten bei Tiefbauprojekten keine Rolle spielen sollen. So wurden bei der Zweckmässigkeitsprüfung zur Ermittlung der Best-Varianten die Kosten NICHT berücksichtigt. Weitere rund 20 Mio Fr. werden nötig sein, um den Knoten Lindfeld auszubauen, was für das optimale Funktionieren des vorliegenden Projekts nötig ist. Diese wurden nirgends ausgewiesen. Eine Kosten-Nutzen-Analyse wurde NICHT erstellt.

b) Kulturlandverlust
Bestandteil des Projekts bildet die "Spange Hornerfeld". Diese folgt nicht der heutigen Bauzonengrenze, sondern soll entgegen der Vorgabe der Raumplanung des haushälterischen Umgangs mit dem Boden ermöglichen, dass im Hornerfeld weitere Einzonungen vorgenommen werden können. In der Botschaft an den Grossen Rat ist von "Erschliessungsfunktion angrenzender Bauzonen" zu lesen, obwohl die Spange durch reines Kulturland führen soll. Raumplanung gehört der Verkehrsplanung vorgelagert, hier passiert das Gegenteil (das Hornerfeld ist im Richtplan nicht als Entwicklungsschwerpunkt definiert worden).

c) Abstimmung mit andern Knoten
Knoten Lindfeld: Gemäss Botschaft an den Grossen Rat wird es zu Spitzenzeiten ohne Folgeprojekt Knoten Lindfeld weiterhin zu Rückstaus bis auf die A1 kommen. Dieser Knoten liegt in einem archäologisch bedeutenden Gebiet (römischer Vicus). Ein Ausbau dessen würde sehr hohe Kosten, komplexe Absprachen mit dem ASTRA und Verlust der archäologischen Hinterlassenschaften zur Folge haben. Kernumfahrung Lenzburg: Das Projekt ist ungenügend auf den Flaschenhals der erst 2005 eröffneten Kernumfahrung Lenzburg abgestimmt und bringt nur stadtauswärts eine Verbesserung.

d) fehlende Varianten:
Die vorgeschlagene Variante stiess bereits in der Anhörung auf viel Kritik*. Auf diese wurde nahezu gar nicht eingangen. Insbesondere wurden andere Vorschläge nicht unvoreingenommen geprüft. Gemäss Regierungsrat gäbe es keine andern funktionierenden Varianten, nicht einmal Untervarianten. Bereits ab 2006 wurden bezüglich Spange Hornerfeld durch andere Bauvorhaben (Kreisel, Brücke) Sachzwänge geschaffen, die Spange aber erst 2011 im Richtplan aufgenommen. Da das detaillierte Variantenstudium aber erst anschliessend aufgenommen werden konnte, ist diese Aussage zumindest zu hinterfragen. $Fazit: Das Projekt ist zu teuer - selbst wenn die Millionen Folgekosten beim Knoten Lindfeld noch nicht einbezogen werden - bei zu geringem Nutzen (nach wie vor Rückstaus bis A1). Es gibt günstigere Varianten mit gleich hohem oder höherem Nutzen. Das gesamte Gebiet muss betrachtet werden, d.h. inkl. Knoten Lindfeld und Auswirkungen auf Kernumfahrung (Freiämterplatz). Des weiteren soll der potentielle Kulturlandverlust deutlich reduziert werden.

Ziel: Der Regierungsrat soll dem Grossen Rat rasch eine neue, entsprechend überarbeitete Botschaft vorlegen.

*Beispiele zur Spange:
Bauernverband: Beantrage, die Spange unterirdisch zu führen. BDP: Wollte die Spange zurückstellen oder darauf verzichten. CVP Lenzburg: Wollte die Spange direkt an die rechtskräftige Bauzone verlegen. GLP, Grüne, SP: Wollen eine Lösung ohne Spange.

Nein zur Spange Hornerfeld und zum Ausbau des Knotens Neuhof

 Infos zur Pressekonferenz vom 11.2.2013 des NEIN-Kommitees zur Spange Hornerfeld und zum Ausbau des Knoten Neuhof

A1-Zubringer Knoten Neuhof: Wie der Kanton gegen seine eigenen Richtlinien verstösst

 Der Kanton bzw. seine Abteilungen haben in mehreren Fällen eigene Empfehlungen nicht eingehalten, unsauber und intransparent informiert. Schon aus diesem Grunde wäre der im Grossen Rat am 4.12.12 gestellte Rückweisungsantrag eine gute Lösung gewesen.
Im Folgenden eine Übersicht über die verschiedenen Problemkreise:

a) Widerspruch zur Gesamtverkehrsstrategie mobilitätAargau:

mobilitätAargau definiert die kantonale Strategie wie folgt (S. 47ff):

Durch Kosten/Nutzen-Kriterien werden Massnahmen optimiert, welche eine Verflüssigung des Strassenverkehrs anstreben. Die bestmögliche Ausnutzung der bestehenden Starsseninfrastrukturanlagen mittels Verkehrsmanagement (z.B. Telematik) wird durch gezielte bauliche Massnahmen ergänzt.
(...)
Ziel ist eine Kosten/Nutzen-Optimierung der betrieblichen und baulichen Massnahmen, um eine bestmögliche Ausnutzung der bestehenden Strasseninfrastrukturanlagen zu erreichen. (...)
Punktuelle und von flankierenden Massnahmen begleitete Infrastrukturausbauten sind dort sinnvoll, wo:
(...)Massnahmen des Verkehrs- und Mobilitätsmanagements ausgeschöpft sind

Für grosse Strassenausbauten und Neuanlagen sind Zweckmässigkeitsbeurteilungen nach den Zielen der nachhaltigen Entwicklung durchzuführen.

Der Kanton hat hier gleich mehrfach gegen seinen eigene Strategie verstossen:
Er hat keine Kosten/Nutzen- Analyse gemacht.
Es ist noch kein regionales Verkehrsmanagement implementiert (obwohl seit der Festlegung der Strategie 6 Jahre vergangen sind)
Im Gegenteil: Der Kanton plantedd weiter entgegen seinen Grundsätzen. Gut ersichtlich im Beispiel Südostumfahrung Lenzburg (hinter Gofi), welche er in der Anhörung zum Richtplan vorgeschlagen und die nur aufgrund grossen Widerstands der Bevölkerung den Eingang in den Richtplan nicht gefunden hatte.
Wenn den Zielen nach nachhaltiger Entwicklung nachgelebt werden will, sind die Effekte auf die Landschaft einzubeziehen.s


b) Widerspruch zu raumplanerischen Grundsätzen

Grundsätze:
Verkehrs- und Siedlungsentwicklung ist aufeinander abzustimmen.
Bundesrat (2012): Hohe Gewichtung von Varianten mit wenig Kulturlandverlust.

Die Abstimmung von Siedlung und Verkehr bedeutet auch, dass Strassenbauprojekte nicht die weitere Zersiedelung fördern sollen.
Beim vorliegenden Projekt ist dem aber so. Peinlicherweise steht sogar in der Botschaft von der Erschliessungsfunktion angrenzenden Baulandes (obwohl sie durch Landwirtschaftszone führt). Dieses klare Absicht ist aber demokratisch nie legitimiert worden. Es werden gezielt Sachzwänge geschaffen. Im betroffenen Gebiet zieht sich dieses Vorgehen über mehr als 10 Jahre hin (siehe "Geschichte des Hornerfelds").
Das Argument, dass Verkehrsprojekt und Einzonung gesondert zu betrachten ist, ist nicht stichhaltig.

Das Gebiet Hornerfeld im Richtplan NICHT als regionaler Entwicklungsschwerpunkt vorgesehen.

c) fehlende Transparenz

Nach wie vor rückt der Kanton den Bericht des Ingenieurbüros zur Evaluation der Bestvariante nicht heraus. Die Vermutung liegt daher nahe, dass die eigenen Grundsätze dort ebenfalls nicht eingehalten wurden oder anderweitige Probleme erkenntlich sein könnten (bsp. Nutzen). Ohne Bericht bleibt diese Annahme im Raum.

d) fehlende Reaktion auf die Anhörung

Während der Anhörung gingen sehr viele kritische Reaktionen ein - bis weit über die politische Mitte hinaus. In der Botschaft war dann aber von einer breiten Zustimmung die Rede. Die Vorschläge wurden höchsten dahin gehend geprüft, wie man sie am einfachsten als unzulänglich taxieren konnte. Auf die Kritik wurde nahezu nicht eingegangen. Ohne Bereitschaft am Projekt Anpassungen vorzunehmen, kann die Anhörungsrunde auch gleich weg gelassen werden.

d) fehlende Zeit und Sorgfalt bei der Behandlung durch die beratende Kommission UBV

In der Kommission wurden diverse weitere Unterlagen verlangt, um mehr Transparenz bezüglich der vielen offenen Fragen zu erhalten. Gleichzeitig war eine Interpellation mit vielen Fragen noch hängig. Die Diskusssion in der UBV wurde abgeklemmt, einige weitere Unterlagen sowie die Antwort auf die Interpellation so kurz vor der Sitzung nachgeliefert, dass diese nicht sorgfältig studiert werden konnten.

Geschichte einer Raumplanung der 70er Jahre im Hornerfeld Lenzburg

Das Hornerfeld Lenzburg - Beispiel gescheiterter Raumplanung

wann was geschah Kommentar glp
20001126 26.11.2000 Lenzburger Bevölkerung lehnte in einer Referendumsabstimmung die Einzonung des Hornerfeld mit 989 Ja gegen 1'032 Nein ab.
19050625 2003 Stadt erwirbt den Büelhof, macht Vorverträge mit dem betroffenen Landwirt. Die Bewilligungen gemäss bäuerlichem Bodenrecht lagen vor, werden aber als heikel beurteilt.
00060406 06. Apr 06 Es erfolgte eine Analyse der Probleme Autobahnzubringers durch BVU, noch keine Spange vorgesehen
00070509 09. Mai 07 Der Stadtrat nahm ein erstes Mal davon Kenntnis, dass die
Hero Überlegungen zu ihrer Zukunft am Standort Lenzburg angestellt hat.
00070515 15. Mai 07 Erfolgte Planauflage 3. Gleis Gexi inkl. Brücke Gexi. Fahrbahnbreite Brücke 2x3.5m + beidseitig Fuss- und Radweg
00070713 13. Jul 07 Konzernleitung und Verwaltungsrat der Hero haben nach diversen Vorabklärungen mit der Stadt, dem Regierungsrat und der Wirtschaftsförderung des Kantons entschieden, in Lenzburg mit Unterstützung der Behörden im Hornerfeld eine neue Fabrik zu bauen. Das ging aber schnell... Nur zwei Monate nach Kenntnis von Überlegungen über den Standort??
Hero braucht neu 1,5ha Land. Sie verfügte am alten Ort über 6ha. Eine Realisierung am alten Ort sei nicht möglich, da die Produktion nicht unterbrochen werden könne. Diese Argumentation ist nicht einzusehen. Die Hero hätte mit etwas gutem Willen problemlos eine neue Fabrik auf ihrem Gelände - ohne Produktionspause - realisieren können.
Es ist also davon auszugehen, dass nicht die Hero alleine auf die Idee der Aussiedlung kam, sondern den (trotz Ablehnung an der Urne) immer noch einzonungswilligen Behörden gerade recht kam. Bei der Befürchtung eines möglichen Verlust der hier verankterten Hero würde eine erneute Einzonungsrunde sicher nicht mehr scheitern.
00080121 21. Jan 08 Ende des Mitwirkungsverfahrens, worin die Grüne Partei folgende Bedenken äusserte (die mögliche Spange wurde im Planungsbericht zur Einzonung Hornerfeld unter Kap. 3.3 erwähnt):
"Der Siedlungstrenngürtel ist im Zuge der Einzonung Hornerfeld so umzusetzen, dass er an die geplante Bauzonengrenze angrenzt (und damit ein Zeichen gegen weitere Einzonungen und gegen Verkehrsanlagen durch das Hornerfeld setzt)."
Der Stadtrat meint dazu und betreffend transparenter Darlegung, ob die Fläche zwischen möglicher Spange und zur Diskussion stehender Bauzonengrenze eingezont werden solle: "Ob die Spange Hornerfeld realisiert wird, ist noch völlig offen. Die jetzige Einzonungsvorlage erfolgt unabhängig von dieser übergeordneten Verkehrsplanung. Wenn die Spange realisiert werden sollte, wird zu diesem Zeitpunkt zu diskutieren sein, ob die Bauzone bis zur Spange erweitert werden soll oder nicht. Wenn die Spange Hornerfeld realisiert wird, wird dieser Verkehrsträger die logische Grenze zum Siedlungstrenngürtel bilden."
Siedlungs- und Verkehrsplanung müssen aufeinander abgestimmt sein - nicht nur bei Erschliessung von neuen Bauzonen.
00080404 04. Apr 08 Baubewilligungsverfügung BAV für 3. Gleis Gexi
00080530 30. Mai 08 Antrag des Stadtrats an den Einwohnerrat zur Einzonung.
26. Juni 2008 Einwohnerrat beschliesst Einzonung des Hornerfeldes (keine Richtplananpassung notwendig, da FFF-Verlust unter 3ha).
00090505 05. Mai 09 Einsprachen gegen den Kreisel Gexi, Bericht in der AZ:
"... Es dürfen nicht mit unseren Steuergeldern losgelöste und unkoordinierte Einzelprojekte realisiert werden», heisst es in der Einsprache. Und: «Der Kreisel Gexi ist mit allen Mitteln zu blockieren, bis eine umfassende und überzeugende regionale und lokale Gesamtplanung vorliegt.» Diese müsse Lösungen für alle Anliegen der Gemeinde Othmarsingen beinhalten.
In der Einsprache, die insgesamt 27 Seiten umfasst, werden zahlreiche Argumente gegen das Bauvorhaben aufgelistet. Gegenüber der AZ betonte Christoph Kündig, ihm gehe es vor allem um den Verkehr aus dem Freiamt, der besser als heute an die A1 angeschlossen werden müsse. Seiner Ansicht nach sei dieses Problem noch in keiner Art gelöst, der Bau des Gexi-Kreisels könne einer möglichen, idealen Lösung künftig im Weg stehen.
Viele Varianten sind im Gespräch
An Varianten, wie die Verkehrsprobleme gelöst werden könnten, fehlt es nicht, konkrete Pläne liegen aber nicht vor. Die Rede ist etwa von einer kreuzungsfreien Verbindung vom Bünztal her zur Autobahn, einem Ausbau der Hendschikerstrasse ins Freiamt auf vier Spuren, dem Ausbau des Knoten Lindhofs oder vom so genannten Viereckskreisel mit einer Querverbindungsstrasse von der Badenerstrasse zur Hendschikerstrasse westlich der geplanten Hero-Fabrik. Erst wenn hier mehr Klarheit herrsche, solle der Gexi-Kreisel konkret geplant werden, meinen die Einsprecher.
http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/der-kreisel-gexi-ist-zu-blockieren-1408310
00090617 17. Jun 09 BVU stellt Stadtrat den Lösungsansatz zum Ausbau des Knotens Neuhof vor. Spange ist Bestandteil dieses Lösungsansatzes.
00090824 24. Aug 09 Bericht in AZ: Einsprachen zum Kreisel Gexi wurden nicht berücksichtigt: Interessante Argumentation... Wo hätten dann bisher diese Belange eingebracht werden sollen?
"...nicht berücksichtigt wurden die Einsprachen des Gemeinderates Othmarsingen und eine Sammeleinsprache von Othmarsinger Einwohnern. Beide Parteien verlangten, dass für die regionale Verkehrssituation erst eine Gesamtlösung gefunden werden muss, bevor der Kreisel realisiert wird.
In beiden Fällen spricht der Regierungsrat den Einsprechern die Legitimation zur Einsprache ab. Ein Hauptargument lautet, dass der Bau des Gexi-Kreisels «weder die kommunale Verkehrsplanung noch andere kommunale Zuständigkeitsbelange der Gemeinde Othmarsingen in relevanter Weise berühren». Zu beurteilen sei lediglich das Kreiselprojekt als solches. Belange, welche die regionalen Verkehrsprobleme betreffen, müssten bei den jeweils andern Verfahren vorgebracht werden.
http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/der-bau-des-gexi-kreisels-rueckt-naeher-3004648#
Verzicht auf Weiterzug am 3.9.09 «Im April, als wir die Einsprache machten, war noch keine Gesamtlösung für die regionale Verkehrssituation in Sicht», sagt Fritz Wirz. Seither sei einiges in Bewegung geraten, mit der so genannten «Bestvariante» für den Neuhofknoten bei der Berufsschule in Lenzburg sei eine Lösung in Griffnähe.
http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/gemeinde-nicht-abgeblitzt-3201184
00091013 13. Okt 09 BVU stellt Projektidee zum Ausbau des Knotens Neuhof /
Autobahnzubringer öffentlich vor. Spange ist Bestandteil dieser Idee.
00100909 09. Sep 10 Spatenstich Kreisel Gexi: Bericht in der AZ: Zu der in Planung begriffenen Sanierung des A1-Zubringers äusserte sich am Spatenstich auch Stadtammann Hans Huber: «Dem Kreisel am Knoten Badenerstrasse/Gexi-Brücke kommt in der Bauphase für die Gesamtsanierung eine grosse Bedeutung zu. Über ihn und die geplante neue Spange Hornerfeld wird dannzumal der gesamte Verkehr aus dem Freiamt von und zur A1 fliessen.» Auch deshalb bezeichnete Huber den Gexi-Kreisel als «ein Tor zum Freiamt». Einen Kreisel bauen, bevor die Spange Hornerfeld im Richtplan festgesetzt wird?
00110209 09. Feb 11 Stellungnahme der Stadt zum Entwurf des generellen Projektes.
00110913 13. Sep 11 Festsetzung der Spange Hornerfeld im Richtplan. Ein Antrag ("die Verkehrsspange Hornerfeld soll nicht den Status Festsetzung erhalten, sondern auf Zwischenergebnis gesetzt werden") seitens der CVP scheiterte mit 75 gegen 47 Stimmen.

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Gemäss Lokalem Landschaftsentwicklungsprogramm LEP ist das offene Hornerfeld ein Vorranggebiet für Feldlärchen.

Fazit:
• Die Spange Hornerfeld war von Anbeginn der Idee umstritten, nicht erst jetzt beim vorliegenden Projekt. Es ist daher nicht sachgerecht, der Gegnerschaft Fundamentalopposition vorzuwerfen. Wo im ganzen Verfahren wurde auf die Bedenken eingegangen? Wo wurden Varianten transparent diskutiert?
• Es werden und wurden laufend Sachzwänge geschaffen, die den Rahmen für weitere Lösungsansätze verkleinern bzw. verkleinerten, da sofort mit den bisherigen Investitionen und Planungsaufwendungen argumentiert wird (obwohl diese "versunkene Kosten" darstellen).
• Wann das Variantenstudium genau vorgenommen wurde, ist nicht klar herausgekommen. Diskutiert wurde es politisch nie. Der Wille im Rahmen der Anhörung dies noch nachzuholen, war nicht vorhanden.
• Eine Raumplanung des 21. Jahrhunderts funktioniert gegenteilig: Zuerst wird auf Richtplan-Ebene geschaut, wo sich ein Gebiet entwickeln soll (Schaffung eines Entwicklungsschwerpunkt), dann wird die Planung auf Ortsebene grundeigentümer- und parzellenverbindlich geregelt (Einzonung, Landhändel), als letztes die Verkehrsführung auf die Erschliessung abgestimmt. Im Bereich Hornerfeld geschah teilweise das Gegenteil. Bei der wohl kommenden Einzonung wohl auch wieder: Zuerst Verkehrsplanung, dann Einzonung, dann wohl noch Nachvollzug im Richtplan... 

NEIN zum A1 Zubringer Lenzburg / Spange Hornerfeld


Die Grünliberalen von Stadt und Bezirk Lenzburg empfehlen ein NEIN zum Projekt A1-Zubringer in Lenzburg am 3. März 2013. Das Kulturland im Hornerfeld soll nicht dem Verkehr geopfert werden. Es gibt bessere Lösungen als die zur Abstimmung stehende!

Grünliberale fassen NEIN-Parole zum Projekt Knoten Neuhof

Die Grünliberalen von Stadt und Bezirk Lenzburg empfehlen ein Nein zum geplanten Ausbau des Knoten Neuhofs und zur Spange Hornerfeld. Das Projekt weist zu viele Mängel auf: Es wurde keine Kosten/Nutzen-Analyse erstellt, der Nutzen ist bei sehr hohen Kosten zu gering, das Projekt trägt massiv zur weiteren Zersiedelung und zu nicht hinnehmbarem Kulturlandverlust bei. Die Grünliberalen sehen den Handlungsbedarf, stehen aber für ein kulturlandschonenderes und günstigeres Projekt ein.

Die Grünliberale Partei von Stadt und Bezirk Lenzburg kann dem vorliegenden Projekt trotz anerkannten Handlungsbedarfes betreffend Sicherheit und Verflüssigung des Verkehrs nicht zustimmen. Mit Erstaunen nimmt sie zur Kenntnis, dass auch Parteien, denen Kosten ansonsten wichtig sind, hier das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht einmal ansatzweise prüfen. Ebenso erstaunt zeigen sie sich, dass Parteien, welche sich für Kulturlandschutz einsetzen, die Frage betreffend Förderung der Zersiedelung ausklammern wollen.

Der Kanton hält sich nicht an eigene Grundsätze
Der Kanton schreibt in seiner eigenen Gesamtverkehrsstrategie mobilitätAARGAU, dass Projekte nach Kosten-Nutzen-Analysen optimiert werden sollen. Eine solche Analyse wurde - bestätigt durch den Kantonsingenieur - gerade eben nicht erstellt. Weiter definiert der Kanton darin, dass erst bauliche Massnahmen ergriffen werden, wenn "Massnahmen des Verkehrs- und Mobilitätsmanagements ausgeschöpft sind". Ein Verkehrsmanagement besteht aber bisher ebenfalls nicht. Weiter zieren sich die zuständigen Stellen schon seit Wochen, den Bericht des beauftragten Ingenieurbüros über das anscheinend sorgfältig durchgeführte Variantenstudium herauszugeben. Gemäss Regierungsrat Beyeler existiert nur genau diese vorgeschlagene Variante, alle andern hätten verworfen werden müssen. Die Vermutung liegt nahe, dass nur genau diese Variante Resultat sein durfte, nachdem bereits über Jahre Sachzwänge (Brücke und Kreisel Gexi) geschaffen wurden - obwohl damals die Spange Hornerfeld nicht im Richtplan aufgenommen war.

Raumplanung der 70er Jahre
Das Gebiet Hornerfeld ist Sinnbild für eine veraltete Raumplanungspolitik. Nachdem im Jahr 2000 die Einzonung vom Volk abgelehnt wurde, wurde geschickt der Deal mit der Hero-Aussiedlung eingefädelt. Die Hero benötigte 1,5ha für einen Neubau - besass aber 6ha bestens geeignetes Land. Durch den drohenden Verlust der Hero war die Einzonung 2008 nur noch eine Formsache. Ähnlich das Vorgehen bei der Verkehrsplanung im Hornerfeld: Erst wird die Brücke Gexi aufgrund der Gleiserweiterung erstellt, dann für 2 Millionen ein Kreisel. Alles im Hinblick auf die Spange Hornerfeld, welche aber im Richtplan damals gar noch nicht aufgenommen war und nie demokratisch diskutiert werden konnte. In der Botschaft an den Grossen Rat kam beim vorliegenden Projekt die Einzonungsabsicht bis zur Spange so klar zum Ausdruck, dass dort sogar die Rede von der "Erschliessungsfunktion fürs angrenzende Bauland" war, obwohl die Spange durch reine Landwirtschaftszone führt. Raumplanung des 21. Jahrhunderts funktioniert aber genau umgekehrt: Zuerst wird auf Richtplanebene definiert, welche Gebiete sich schwerpunktmässig entwickeln sollen, dann erfolgt die parzellenscharfe Umsetzung auf Nutzungsplanungsebene und zum Schluss wird die Erschliessung geplant. Weitere Zersiedelung durch solch intransparentes Vorgehen und Planung ist im Jahre 2012 nicht mehr hinnehmbar.

Fraglicher Nutzen des Projekts
Das Projekt ergibt eine gewisse Entlastung des Knotens Neuhof. Diese ist aber zuwenig abgestimmt mit vor- und nachgelagerten neuralgischen Punkten. So staut sich in Lenzburg der Verkehr primär beim Freiämterplatz und dem Flaschenhals der erst 2005 eröffneten Kernumfahrung. Die täglichen Staus werden Lenzburg also weiterhin begleiten - trotz 2,8 Millionen Beitrag ans Projekt. Weiter steht ebenso wörtlich in der Botschaft an den Grossen Rat, dass ohne Ausbau des Knotens Lindfeld weiterhin in Spitzenzeiten Rückstaus bis auf die A1 in beide Fahrtrichtungen auftreten können. Auch heute beschränken sich die Probleme auf die Spitzenzeiten. Auch mit den nachfolgenden Knoten im Freiamt ist das Projekt zu wenig abgestimmt.

Fazit
Das Projekt ist bei unklarem Nutzen viel zu teuer und führt zur weiteren Zersiedelung und mittelfristig zu Zerstörung von mehreren Hektaren Kulturland. Die Grünliberalen empfehlen daher ein Nein am 3. März mit dem Ziel, dass der Regierungsrat ein überarbeitetes Projekt vorlegen soll.

A1 Zubringer Lenzburg / Spange Hornerfeld

 31.05.13
Wie verändert der neue A1 Zubringer die Verkehrssituation in der Stadt Lenzburg?
Die Freigabe verschiedener Planungsstudien hat heftige Diskussionen im Grossrat AG ausgelöst. Insbesondere die kommende Verkehrssituation im Raum Lenzburg wirft...
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23.05.13
Postulat Velostadt Lenzburg
Ausgangslage und Begründung Bevölkerungswachstum und Mobilitätsansprüche nehmen laufend zu. Die dafür zur Verfügung stehenden Flächen sind jedoch limitiert. Dies...
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20.04.13
Veloverkehr in Lenzburg: Es gibt Verbesserungsmöglichkeiten
Gut 30 Veloexpertinnen und experten sowie weitere Interessierte trafen sich am 12. April auf Einladung der Grünliberalen im Familienzentrum Lenzburg. Daniel Fischer...
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01.04.13
GLP-Stamm: Freie Fahrt mit dem Velo in Lenzburg!
Freie Fahrt in Lenzburg! Referat & Diskussion zum Thema Veloverkehr Themen des Referats Velowege zum Bahnhof Lenzburg Projekt einer bedienten Velostation...
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18.02.13
Keine weitere Zersiedelung mehr
Am Montag den 11.2.2013 informierte das NeinKomitee zum Ausbau des Knotens Neufeld Lenzburg über seine Gründe, der Bevölkerung ein Nein ans Herz zu legen. Lesen...
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17.02.13
Autobahnzubringer A1 in Lenzburg, ja aber nicht für 75 Mio
In letzter Zeit haben sich sehr viele Leute für dieses Projekt positiv geäussert. Wir von der GLP wollen eine Verbesserung der täglichen Situation für den...
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12.02.13
Warum NEIN zum A1-Zubringer?
Ausgangslage: Der Knoten Neuhof ist stark überlastet und bezüglich Sicherheit nicht genügend. Dass Handlungsbedarf besteht, wird von der Mehrheit der Gegnerschaft...
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11.02.13
Nein zur Spange Hornerfeld und zum Ausbau des Knotens Neuhof
Infos zur Pressekonferenz vom 11.2.2013 des NEINKommitees zur Spange Hornerfeld und zum Ausbau des Knoten Neuhof
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08.02.13
A1-Zubringer Knoten Neuhof: Wie der Kanton gegen seine eigenen Richtlinien verstösst
Der Kanton bzw. seine Abteilungen haben in mehreren Fällen eigene Empfehlungen nicht eingehalten, unsauber und intransparent informiert. Schon aus diesem Grunde ...
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02.02.13
Geschichte einer Raumplanung der 70er Jahre im Hornerfeld Lenzburg
Das Hornerfeld Lenzburg Beispiel gescheiterter Raumplanung 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 ...
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29.01.13
Grünliberale fassen NEIN-Parole zum Projekt Knoten Neuhof
Die Grünliberalen von Stadt und Bezirk Lenzburg empfehlen ein Nein zum geplanten Ausbau des Knoten Neuhofs und zur Spange Hornerfeld. Das Projekt weist zu viele...
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29.01.13
NEIN zum A1 Zubringer Lenzburg / Spange Hornerfeld
Die Grünliberalen von Stadt und Bezirk Lenzburg empfehlen ein NEIN zum Projekt A1Zubringer in Lenzburg am 3. März 2013. Das Kulturland im Hornerfeld soll nicht ...
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16.12.12
Bedienter Velostand beim Bahnhof Lenzburg ist möglich
Die GLP Lenzburg hat im Frühjahr 2012 beim Einwohnerrat Lenzburg den Antrag eingereicht, die Möglichkeit eines bedienten Velostandes beim Bahnhof Lenzburg zu prüfen...
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05.12.12
Votum der glp-Grossräte Barbara Portmann und Roland Agustoni an der Grossratsdebatte vom 4. Dezember 2012
Rückweisungsantrag von Barbara Portmann Müller, GLP, Lenzburg Ich möchte Ihnen eine Reihe von Fragen stellen und gehe davon aus, dass diese bei Ihnen viele...
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04.12.12
GLP weist Verkehrsknoten Neuhof im Hornerfeld zurück
Die GLP Aargau weist das Projekt zum Verkehrsknoten Neuhof im Hornerfeld zurück. Zu viele Fragen zum Projekt sind nicht schlüssig beantwortet und Alternativen ...
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14.08.12
Die GLP des Bezirks Lenzburg fordert Verzicht auf die landfressende Spangenvariante beim neuen A1 Zubringer in Lenzburg
Das Ziel, die Verkehrstaus von und nach Lenzburg und ins Freiamt in den Griff zu bekommen, kann billiger und vor allem ohne den riesigen Kulturlandverschleiss...
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11.07.12
Verkehr
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26.10.11
Wilstrasse beginnt nochmals «bei null»
Artikel in der AZ zu den weiteren Massnahmen an der Wilstrasse
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23.10.11
Das Naherholungsgebiet Wilstrasse bleibt erhalten!
Die Verbreiterung der Wilstrasse wurde mit grosser Mehrheit verworfen. Das Referendumskomitee dankt den Lenzburger Stimmberechtigten für diesen Entscheid, der...
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23.10.11
Lenzburger Einwohnerratsbeschluss deutlich umgekehrt
Artikel in der AZ nach der erfolgreichen Abstimmung.
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29.07.11
1010 kämpfen gegen die breitere Wilstrasse
Artikel in der AZ zur erfolgreichen Unterschriftensammlung gegen den Ausbau der Wilstrasse.
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04.07.11
Komitee sammelt Unterschriften gegen den Ausbau der Wilstrasse
Artikel zur Unterschriftensammlung gegen den Ausbau der Wilstrasse.
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08.06.11
Regionaler Richtplan Lenzburg
CVP und Grünliberale sind erfreut, dass die Verkehrsvorhaben im unteren Seetal/Lenzburg regional geplant werden sollen und landschaftlich bedenkliche Vorhaben aus...
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02.01.11
Ostumfahrung Lenzburg und Nordspange Seon
Das Seetal ist ein stark wachsendes Wohngebiet. Die Einwohner orientieren sich dabei beruflich hauptsächlich nach Zürich und weiteren Werkplätzen auf der OstWest...
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Bedienter Velostand beim Bahnhof Lenzburg ist möglich

 Die GLP Lenzburg hat im Frühjahr 2012 beim Einwohnerrat Lenzburg den Antrag eingereicht, die Möglichkeit eines bedienten Velostandes beim Bahnhof Lenzburg zu prüfen.
Die Firma Trinamo AG, welche bereits in Aarau eine Velostation betreibt, wäre bereit, in Lenzburg eine Filiale zu eröffnen. Im Moment werden zusammen mit Stadtbauamt, SBB, pro Velo und der Trinamo AG ein Konzept für ein Provisorium erstellt.

Votum der glp-Grossräte Barbara Portmann und Roland Agustoni an der Grossratsdebatte vom 4. Dezember 2012

Rückweisungsantrag von Barbara Portmann- Müller, GLP, Lenzburg

Ich möchte Ihnen eine Reihe von Fragen stellen und gehe davon aus, dass diese bei Ihnen viele Fragezeichen auslösen, wie bei mir.
Zu den Kosten: Haben Sie beachtet, dass der Tunnel allein 52 Millionen Franken kostet und dass die Unterhalts- und Wartungskosten jedes Jahr weitere 0,8 Millionen Franken kosten? Wählte man eine Lösung mit einfachen Unter- oder Überführungen, würden diese Unterhaltskosten praktisch gänzlich entfallen. Erachten Sie es als sachgerecht, dass, bestätigt vom Kantonsingenieur, die Kosten bei der Zweckmässigkeitsprüfung zur Ermittlung der Best-Varianten nicht berücksichtigt wurden? Erachten Sie es nicht auch als Notwendigkeit, dass auch die Kosten des nachfolgend nötigen Ausbaus des Knotens Lindfeld, welche schätzungsweise 20 Millionen Franken betragen, transparent dargelegt und einbezogen werden müssten?
Zur Projektabgrenzung: Erscheint es Ihnen gut begründet, dass der Knoten Lindfeld zurückgestellt wurde? Beurteilen Sie diese Etappierung als sinnvoll, wenn doch in der Botschaft auf Seite 23 steht, dass "bis zu einer Realisierung des Projekts Lindfeld in den Spitzenzeiten Rückstaus bis zu den Autobahnausfahrten von Zürich und Bern möglich sind"? Haben Sie Informationen gefunden, welche Auswirkungen das Vorhaben auf die Kernumfahrung Lenzburg hat? Und wie man die für 2025 prognostizierte, um 27 Prozent grössere, Verkehrsmenge durch den erst 2005 eröffneten Flaschenhals der Kerntangente führen will?
Zum Variantenstudium: Finden Sie es glaubhaft, dass von den etwa dreissig geprüften Varianten effektiv nur ganz genau eine die Kriterien erfüllt und dass sich deshalb eine Kosten-/Nutzenanalyse komplett erübrigt, wie dies in der Interpellationsantwort erläutert wurde? Würden Sie nicht auch erwarten, dass es sicher zumindest Untervarianten der jetzigen Lösung geben müsste, die sich wie üblicherweise dann auch in der Kommission UBV vergleichen liessen? Finden Sie primär, wie der Regierungsrat, die Spange Hornerfeld an der geplanten Lage nötig, weil es bei Sperrung des Tunnels eine Ausweichung braucht?
Zu guter Letzt, liebe Kolleginnen von Parteien, die in der Anhörung ebenfalls Varianten vorgeschlagen haben – es waren viele: Denken Sie, Ihr Vorschlag wurde unvoreingenommen durch das BVU und das beauftragte Ingenieurbüro geprüft? Was denken Sie, in welcher Absicht hat dann das Departement dem Planungsbüro erst am 29. Oktober 2012 für einen fünfstelleigen Betrag noch einmal einen Auftrag erteilt, ein paar wenige weitere Varianten doch zu prüfen? Warum wurde dann die Botschaft nicht zurückbehalten bis die Resultate vorlagen, sondern genau zwei Tage später verschickt? Wissen Sie, ob Ihre Variante bei dieser nachträglichen Prüfung dabei war und was dazu im Bericht stand, welchen das BVU erst am 9. November 2012 erhalten hat? Welches Ergebnis erwarten Sie von einem solchen Bericht, wenn die Antwort bereits vorher in der Botschaft enthalten ist?
Wir streiten den Handlungsbedarf nicht ab und wir sind nicht grundsätzlich gegen alle Strassenbauvorhaben, Sie haben es gehört und Roland Agustoni wird nachher noch einmal darauf eingehen. Leider bekamen wir aber auf zu viele dieser und weiterer Fragen nur ausweichende, keine oder unbefriedigende Antworten. Die Bereitschaft unsererseits ist da, einem Kredit zuzustimmen, um im betroffenen Gebiet eine Verbesserung der Verkehrsflüsse und insbesondere der Sicherheit zu erreichen. Aber sie ist nicht da für eine Lösung, bei deren Evaluation die Kosten nicht berücksichtigt wurden und ein beträchtlicher Kulturlandverlust in Kauf genommen wird. Ich bitte Sie, dem Rückweisungsantrag zuzustimmen.

Eintretensvotum von Agustoni Roland, GLP, Rheinfelden:

Die GLP, Sie haben es gehört, ist nicht gegen Eintreten auf die Vorlage und ich weise die Vorwürfe des Kommissionspräsidenten entschieden zurück, dass wir grundsätzlich immer gegen Strassenbauten seien. Wir haben, wie vorher erwähnt, deutlich bewiesen, dass dem nicht so ist. Wir fragen uns aber, ob der Zeitpunkt für diese Beratung hier im Grossen Rat richtig gewählt ist. Angesichts der vielen offenen Fragen wäre es sinnvoll, die Vorlage zur Klärung nochmals an die Kommission UBV zurückzugeben. Ich verweise in diesem Zusammenhang auch auf die Beantwortung der Interpellation 12.275. Deren Beantwortung haben wir erst am vergangenen Freitag, 30. November 2012, erhalten und diese würde eine genauere Betrachtung und Diskussion in der UBV nötig machen.
Im Übrigen hat die Anhörung gezeigt, dass viele Kommissionsmitglieder mit der vorgeschlagenen Variante nicht einverstanden sind. In der Botschaft ist auf den Seiten 3 und 26 von einer breiten Zustimmung die Rede, was so nicht stimmt. Auch fehlt eine Begründung, weshalb genau dieses Projekt realisiert werden soll. Es wird zwar kurz erwähnt, dass rund zwanzig Varianten vorlagen. Welche Kriterien letztlich zum Entscheid geführt haben, sucht man jedoch vergeblich. Wir fordern deshalb mehr Transparenz auch bezüglich einiger weiterer technisch machbarer Varianten, und dass das entsprechende Kosten-/Nutzenverhältnis aufgezeigt wird. Dies darf bei einem Kostenvolumen von über 72 Millionen Franken doch verlangt werden. Die Botschaft und das ganze Projekt weisen Mängel auf. So wird zum Beispiel geschrieben, dass die Spange Hornerfeld an angrenzende Baugebiete zu liegen komme. Das stimmt nicht. Sie führt mitten durch die Landwirtschaftszone. Auch liegen Vermutungen nahe, dass sich dort im Boden noch archäologische Funde befinden könnten. Die zwei gemachten Sondierschlitze mit einer Breite von 1,4 Meter dünken mich etwas schwach für eine Aussage, dass nichts zu finden ist.
Die Kommission UBV ist übrigens erst seit einer Woche im Besitz des Berichts der Kantonsarchäologie. Sie hatte also keine Gelegenheit, diesen zu besprechen und/oder Fragen dazu zu stellen. Auch fehlt uns die verkehrliche Gesamtplanung. Wir sind der Meinung, dass unter anderem auch der Knoten Lindfeld in diese Planung miteinbezogen werden müsste, sonst muss uns erklärt werden, warum dies nicht geht. Die Problematik der Archäologie stellt sich heute hier und dort genauso, wie in fünf oder zehn Jahren. Üblich ist zudem, dass den Kommissionsmitgliedern die in der UBV gezeigten und besprochenen Folien für die Beratungen in den Fraktionen zugestellt werden. Unüblich in diesem Fall ist, dass weitere Folien mitgeliefert wurden, welche an der UBV-Sitzung nicht gezeigt und/oder besprochen wurden. Dies sind einige der Gründe, welche die GLP veranlasst, den Antrag meiner Kollegin zu unterstützen und das Projekt zur erneuten Beratung an die Kommission zurückzuweisen.
Auch wenn Handlungsbedarf auch für uns ausgewiesen ist, können wir Grünliberalen dem Projekt zum jetzigen Zeitpunkt nicht zustimmen, weil zu viele Fragen offen sind. Ich bitte Sie deshalb, auf das Geschäft einzutreten und dem Rückweisungsantrag zuzustimmen, den meine Kollegin Barbara Portmann gestellt und begründet hat. Damit geben wir der UBV die Möglichkeit, das Geschäft nochmals etwas vertiefter, transparenter und unter weniger Zeitdruck zu beraten. Dazu, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, sind wir als Oberaufsichtsbehörde verpflichtet.

GLP weist Verkehrsknoten Neuhof im Hornerfeld zurück

 Die GLP Aargau weist das Projekt zum Verkehrsknoten Neuhof im Hornerfeld zurück. Zu viele Fragen zum Projekt sind nicht schlüssig beantwortet und Alternativen wurden nur unzureichend geprüft.
Auch die GLP Lenzburg sieht, dass die aktuelle und zukünftige Verkehrssituation den Verkehrsknoten Neuhof überlastet. Das vorgeschlagene Projekt mit dem Tunnel verursacht aber, im vergleich zu nur ungenügen Evaluierten Varianten, Massive Bau und Unterhaltskosten. Zudem wird wertvolles Kulturland vernichtet und zu Industrieland umfunktioniert.
Barbara Portmann (GLP Lenzburg) hat daher den Grossrat aufgefordert, das Geschäft im Grossrat zurückzuweisen bis die offenen Fragen schlüssig geklärt sind.
Lesen sie mehr dazu im Protokoll zum Rückweisungsantrag

Die GLP des Bezirks Lenzburg fordert Verzicht auf die landfressende Spangenvariante beim neuen A1 Zubringer in Lenzburg

 Das Ziel, die Verkehrstaus von und nach Lenzburg und ins Freiamt in den Griff zu bekommen, kann billiger und vor allem ohne den riesigen Kulturlandverschleiss erreicht werden, als es der Kanton in der Vernehmlassungsvariante vorschlägt. Der Lösungsansatz, welcher die glp vorschlägt, ist vergleichbar leistungsfähig, kommt aber ohne den langen und teuren Tunnel und ohne die neue Verbindungsstrasse (Spange) aus.

Die Grünliberalen sehen den Handlungsbedarf beim Knoten Neuhof und sind für eine Verbesserung der Verkehrsflüsse, insbesondere soll der Abfluss Richtung Bünztal gesteigert und eine Dosiermöglichkeit des Verkehrs Richtung Lenzburg Stadt erreicht werden.

Die vom Kanton vorgeschlagene Lösung überzeugt nicht

Die Spangenvariante mit Langtunnel ist überteuert. Zwei Drittel der 75 Mio sollen allein für den Bau des zweispurigen Langtunnels eingesetzt werden. Zudem entstehen jährliche Betriebs- und Unterhaltskosten von 0.8 Mio. Trotzdem ist das Problem noch nicht gelöst: Wenige Jahre darauf soll dann in einer zweiten Phase die Kreuzung Lindfeld (Abzweigung Othmarsingerstrasse) saniert werden. Hier fallen weitere Kosten für Über- und Unterführungen von sicher über 20 Mio an, die zwar durch den Bund zu einem grossen Teil übernommen werden – aber das sind schliesslich auch unserer Steuer-gelder.
Der Bau der Spange führt zu insgesamt über 4 ha Kulturlandverlust. Zusätzlich zur Fläche des neuen Strassentrassees will Lenzburg im gleichen Zug weitere 30‘000 m2 Landwirtschaftsland (zwischen Spange und dem neuen Heroareal) in Industrieland umzonen. Diese rücksichtslose Planung erinnert an Projekte der 60er und 70er Jahre. Man tut, als wäre unsere Umwelt eine unversiegbare Ressource, die bedenkenlos immer weiter überbaut werden darf.
Weil der Langtunnel einen engen Radius aufweist, entsteht zudem ein neues Sicherheitsrisiko. Liegt oder steht etwas auf der Fahrbahn, wird es schnell zu Unfällen kommen – und in der Folge zu Staus.

Die glp schlägt Variante ohne Spange und ohne langen Gegenverkehr-Tunnel vor
Die Spange braucht es vor allem, weil man mit der Lösung der Probleme bei der Lindfeldkreuzung noch zuwarten will. Beim Vorschlag der glp wird durch einen rascheren Bau einer einspurigen Überführung (von Othmarsingen Richtung Lenzburg) und einer einspurigen Unterführung (von der A1 Richtung Othmarsingen) der Verkehr vollständig entflechtet. Damit kann man auf den Bau der Spange verzichten und erreicht eine vergleichbar hohe Kapazität. Anstelle des 2-spurigen Gegenverkehr Langtunnels schlägt die glp bei der Neuhofkreuzung eine einspurige Unterführung (von A1 Richtung Bünztal vor. Damit lässt sich der Verkehr von der A1 in Richtung Bünztal vollständig entflechten. Der Verkehr Bünztal in Richtung A1 wird durch eine zusätzlich Rechtsabbiegespur entlastet.

Günstiger und fast kein Landverschleiss
Durch den Bau von einer einspurigen Über- und zwei Unterführungen erreicht man den gleichen, verkehrskapazitätssteigernden Effekt - dies viel billiger und ohnederart viel Kulturlandverlust. Über- und Unterführungen auf der gleichen Kreuzung mögen für die einen zwar ästhetisch weniger überzeugen, mit Blick auf die tieferen Kosten und weil wir damit ein Stück Umwelt erhalten können, ist diese Variante sicher zu bevorzugen. Die glp erwartet, dass der Regierungrat dem Grossen Rat ein nachhaltigeres Projekt als dasjenige der Anhörung vorschlagen wird.

Wilstrasse beginnt nochmals «bei null»

 Artikel in der AZ zu den weiteren Massnahmen an der Wilstrasse

Lenzburger Einwohnerratsbeschluss deutlich umgekehrt

 Artikel in der AZ nach der erfolgreichen Abstimmung.

Das Naherholungsgebiet Wilstrasse bleibt erhalten!

 Die Verbreiterung der Wilstrasse wurde mit grosser Mehrheit verworfen. Das Referendumskomitee dankt den Lenzburger Stimmberechtigten für diesen Entscheid, der nachhaltige Lösungen für die Zukunft ermöglicht. Intakte Naherholungsgebiete sowie der sorgsame Umgang mit Natur und Landschaft sind der Bevölkerung offensichtlich wichtig. Auch scheint der Wunsch bei Lenzburgerinnen und Lenzburgern zu bestehen, nicht allen Verkehr, welchen andere verursachen, zu übernehmen.
Das Referendumskomitee wird nun die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat suchen, um eine nachhaltige Lösung für die Wilstrasse zu ermöglichen - ohne Mehrverkehr. Mit diesem klaren Volksentscheid ist in Lenzburg ein Zeichen gesetzt worden. Die Bevölkerung scheint nicht mehr bereit zu sein, dem wachsenden Autoverkehr bedingungslos nachzugeben und so die zukünftige Lebensqualität in unserer Stadt zu opfern. Unsere Kinder und Enkel werden es uns danken!
Wir sind zuversichtlich, dass nun eine Lösung mit Augenmass entwickelt werden kann, welche die Interessen aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt, vor allem aber die Bedürfnisse des Langsamverkehrs.
Wir sind glücklich, dass wir gewonnen haben. Es scheint sich zu lohnen, für bessere Projekte zu kämpfen.

Das Referendumskomitee
Daniel Fischer, Beat Hiller, Marianne Tribaldos, Stefan Zantop

1010 kämpfen gegen die breitere Wilstrasse

 Artikel in der AZ zur erfolgreichen Unterschriftensammlung gegen den Ausbau der Wilstrasse.

Komitee sammelt Unterschriften gegen den Ausbau der Wilstrasse

 Artikel zur Unterschriftensammlung gegen den Ausbau der Wilstrasse.

Regionaler Richtplan Lenzburg

 CVP und Grünliberale sind erfreut, dass die Verkehrsvorhaben im unteren
Seetal/Lenzburg regional geplant werden sollen und landschaftlich bedenkliche
Vorhaben aus dem Richtplan gestrichen wurden. Bedauert wird, dass dies nicht auch
für die Spange Hornerfeld und die Umfahrung Wildegg gilt.

Ostumfahrung Lenzburg und Nordspange Seon

 Das Seetal ist ein stark wachsendes Wohngebiet. Die Einwohner orientieren sich dabei beruflich hauptsächlich nach Zürich und weiteren Werkplätzen auf der Ost-West Achse. Das hat zur Folge, dass der Verkehr in Lenzburg noch mehr zunehmen wird. Aufgrund dieser Entwicklung ist in der aktuellen Fassung des Richtplans Kanton Aargau folgende Ergänzungen aufgenommen worden:

- Ostumfahrung Lenzburg mit dem Ziel den Verkehr vor der Stadt Lenzburg direkt auf die Spange Hornerfeldmit dem Autobahnanschluss Lenzburg zu führen. Diese Streckenführung hat aber zur Folge, dass eine neue Brücke über den Aabach gebaut werden muss und die bisher freie Ebene Bergfeld bis zum Gebiet hinter dem Schlossberg durch eine neue Strasse zerschnitten wird.Die Haltung des Stadtrates von Lenzburg, dass diese Strecke in Form einer Tunnellösung über die gesamte Länge realisiert wird, ist aus heutiger Sicht nicht gesichert, da diese Vorgabe nicht Bestandteil des Richtplans ist. Dabei ist zu beachten, dass dieses Gebiet im Richtplan als „Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung“ definiert ist. Es ist zu befürchten, dass wenn dort einmal eine Strasse gebaut ist, mit der Zeit auch einzelne Häuser und in einigen Jahrzehnten die ganze Ebene vollgebaut wird.
- Nordspange Seon mit dem Ziel den Verkehr aus dem Seetal ausserhalb von Seon zu führen hat zur Folge, dass eine komplett neue Strasse gebaut werden muss. Durch dieses Tal führt heute nur ein Feldweg und ist zu schützen.

Die GLP des Bezirks und der Stadt Lenzburg bekämpft beide Massnahmen und verlangt, dass diese ersatzlos im Richtplan gestrichen werden. Die bisher nicht von Strassen und Häusern überbauten Flächen sind zu schonen.

Die GLP Lenzburg vertritt die Haltung, dass grundsätzlich keine neuen Strassen mehr gebaut werden. Sie ist der Überzeugung, dass in erster Priorität der öffentliche Verkehr sein Angebot weiter zu verstärken hat. Sie ist sich bewusst, dass nicht alle Mobilitätsbedürfnisse vom öffentlichen Verkehr erfüllt werden können. Für den weiter wachsenden Individualverkehr müssen somit die bestehenden Verkehrsachse leistungsfähiger gemacht werden.

Im Fall der Verkehrsproblematik Lenzburg muss dies nicht nur mit dem Verkehr aus dem Seetal betrachtet werden. Die Stadt Lenzburg wird in den nächsten Jahren im Rahmen ihres Wachstums Mehrverkehr generieren. Eine Gesamtbetrachtung führt dazu, dass die Leistungsfähigkeit der Kerntangente und insbesondere der Kreuzung Freiämterplatzerhöht wird. Eine Untersuchung des Departement Bau, Verkehr und Umwelt im August 2009 zeigt schon Resultate auf, dass die heutige Verkehrsführung an der Leistungsgrenze angelangt ist.
Eine Leistungssteigerung auf der heutigen Kerntangente ist nur erreichbar, wenn die Verkehrsachsen in der Stadt Lenzburg entflechtet werden. Diese Entflechtung ist möglich, wenn die Kerntangente tiefer gesetzt wird und die Querbeziehung auf dem heutigen Niveau behalten werden. Das hat den Vorteil, dass insbesondere der Busverkehr auf der Bahnhofstrasse den Verkehr auf der Kerntangente nicht unterbricht. Das gleiche gilt für den Individualverkehr auf dem Bleichenrain in die Aavorstadt. Der Freiämterplatz muss neu geplant werden. Dabei muss der Verkehr von Niederlenz und der Verkehr auf der Kerntangente entflochten werden. Das kann nur durch eine Unter- oder Oberführung für den Verkehr aus Richtung Niederlenz gelöst werden.

Das Problem in Seon muss auf eine vergleichbare Art gelöst werden. Die Dorfdurchfahrt muss im Raum Bahnhof tiefer gelegt werde, damit der querende Verkehr nicht mehr über den Kreisel geführt werden kann. Damit wird der durchfahrende Verkehr nicht mehr durch den Lokalverkehr tangiert.

Wir von der GLP Lenzburg sind uns bewusst, dass beide Massnahmen mit hohen Kosten verbunden sind. Nur ist auch eine Tunnelvariante Ostumfahrung Lenzburg und eine komplett neue Verkehrsführung für Nordspange Seon mit vergleichbaren Kosten verbunden. Was uns aber wichtiger ist, dass mit unserem Vorschlag nicht die letzten Reste des wertvollen, bisher nicht beauten Landes aufgegeben werden muss und trotzdem dem Verkehr leistungsfähige Durchfahrtsachsen garantiert werden können.


Anwohner des neu geplanten Autobahzubringers von der Seonerstrasse um den Gofi in Aufregung:

Obwohl das Vorhaben eigentllich seit 2 Monaten im Richtplanentwurf aufgeführt ist, haben die Betroffenen erst seit dem Zeitungsartikel davon Kenntnis bekommen. Man ist entsetzt, dass dieses letzte Lenzburger Ruherefugium jetzt quasi ohne öffentliche Diskussion geopfert werden muss. Die vorgeschobene Tunnelvariante hat nichts mit dem Eintrag in den Richtplan zu tun. Ob, wo und wie lange es dann ein Tunnel gibt ist unklar, auch wer es dann bezahlen soll.
Entsprechend waren die Unterlagen auch nie öffentlich aufgelegt worden. Viele fühlen sich hintergangen. Jetzt ist man aktiv am Sammeln von Unterschriften für eine Pedition und man hofft, dass jetzt nicht voreilig Fakten geschaffen werden, ohne dass man Alternativen wie der Kapazitätsausbau der Kerntangente ernsthaft geprüft hat. (Es gibt dort sicher viele Interviewpartner)